Die Ofrenda – der Hausaltar – ist das Zentrum des Festes. Jedes Element hat eine Aufgabe: Es soll die Toten finden, nähren und erfreuen.
Cempasúchil · Tagetes erecta
Die orangen »Blumen der Toten«. Ihr Duft und ihre Farbe weisen den Seelen den Weg – oft als Blütenpfad von der Straße bis zum Altar gestreut. Aztekisch cempohualxochitl, »zwanzig Blüten«.
Copal · Harz des Copalbaums
Weihrauch Mesoamerikas, seit Jahrtausenden rituell verbrannt. Der süße Rauch reinigt den Raum und trägt – so der Glaube – Gebete und Gerüche in die andere Welt. In der Novelle liegt er über allem.
Velas · Kerzen
Ein Licht pro Seele, oft in Kreuzform gestellt. Die Flamme ist Wegweiser und Wache zugleich; in den Panteones von Oaxaca werden es tausende.
Papel Picado · gestanztes Papier
Hauchdünne Seidenpapier-Fähnchen mit gestanzten Skeletten, Blumen, Vögeln. Sie stehen für den Wind und die Zerbrechlichkeit des Lebens – die Borte am Kopf dieser Seite zitiert sie.
Pan de Muerto · Totenbrot
Süßes Hefebrot mit Teigknochen obenauf, mit Orangenblüte parfümiert und in Zucker gewälzt. Es wird den Toten hingestellt – und von den Lebenden gegessen.
Calaveras de Azúcar · Zuckerschädel
Bunt verzierte Schädel aus Zucker, oft mit dem Namen eines Verstorbenen – oder eines Lebenden, als liebevoller Spott. Der Tod, sagt das Fest, ist süß genug, um ihn zu essen.
Fotos & Lieblingsdinge
Das Porträt des Verstorbenen, sein Mezcal, ihre Zigarettenmarke, das Mole-Rezept der Großmutter: Die Ofrenda ist ein Menü der Erinnerung – so persönlich wie ein Liebesbrief.
Agua & Sal · Wasser und Salz
Wasser gegen den Durst der langen Reise, Salz zur Reinigung – damit die Seele im nächsten Jahr wiederkehren kann. Die vier Ebenen vieler Altäre spiegeln Himmel, Erde und Unterwelt.
Körperbemalung · Catrina-Make-up
Das geschminkte Schädelgesicht – heute weltbekannt – ist jung: Es wurde aus Posadas Grafik ins Fest zurückgeholt. In der Novelle wird die Bemalung zur zweiten Haut, zur Verwandlung.